Kasumi Messer

Traditioneller Trendsetter, der Geschichte macht

Wer von Damaszener-Küchenmessern fasziniert ist, sollte sich unbedingt die weltbekannte Marke Kasumi anschauen. Denn der Traditionshersteller Sumikami in Seki hat das erste dieser Art entwickelt. Und viele Nachahmer inspiriert.

Die beliebtesten Kasumi Messer

Top-Facts über Kasumi-Messer

Kasumi Damascus

Die erste Serie und als allererstes Küchenmesser mit Damaszenerstahl berühmt. Die Grundlage der 16 Messerformen: rostfreier VG 10 Stahlkern (Härte 60 HRC) mit 32 Lagen ebenfalls korrosionsfestem Damast. Am angeschweißten Erl mit Kropf sind zwei handliche schwarze Griffschalen aus widerstandsfähigem Pakkaholz (kunstharzgetränktes Holzlaminat) mit zwei Nieten sicher befestigt.

Kasumi Masterpiece

Bei den Messern dieser Spezialreihe haben sich die Meister bei Sumikami selbst übertroffen und zeigen, was sie aus einem Material an Exzellenz herausholen können. Denn die eigentliche Basis ist grob dieselbe wie bei der Damascus-Serie.

Diese Flaggschiffe tragen allerdings das goldene Schriftzeichen „Takumi“ mit der Bedeutung „handgearbeitetes Meisterstück“. Der Micarta-Griff (Leinen-Kunstharz-Verbund) ist haptisch besonders anschmiegsam und sehr hygienisch. 13 Kasumi-MP-Klingenformen sind im Handel. Wohl eine der besten Messerserien weltweit.

Die weltweit ersten Damaskus-Küchenmesser

Die Sumikami Schneidwaren Manufaktur ist in Seki zuhause, im ältesten japanischen Zentrum für Schwerter und Klingen. 1916 gegründet, ist sie ein echtes Familienunternehmen, bei dem Firmenleiter Katsumi Sumikama selbst an Design und Entwicklung neuer Produkte mitwirkt. Und Wegweisendes in Messertechnologie hervorbringt. Sumikami hat mit Besteck und diversen Messern begonnen und sich später auf Küchenmesser konzentriert. Dazu führt es Scheren und Messerzubehör zum Schleifen und Aufbewahren im Sortiment.

Die Hauptmarke namens Kasumi kam 1999 als erste Küchenmesserserie Sumikamis auf den japanischen Markt. Sie war das Ergebnis von 3 bis 4 Jahren Entwicklung im Hause Sumikami. Der Name bedeutet soviel wie Dunst und soll für die Nebelhorizonte in der Natur in den Klingenmaserungen stehen. Kasumi bezeichnet außerdem ganz allgemein japanische Lagenstahlmesser im Gegensatz zu Messern aus Monostahl: Honyaki.

Selbst in Japan war die Idee hinter Kasumi-Messern eine „Innovation“: Es war die allererste Serie mit Damaszenerklingen für die Küche überhaupt. Anstelle von althergebrachtem Carbonstahl. Und dazu noch mit einem bis dahin noch ebenso ungebräuchlichen Kern aus rostfreiem VG 10 Stahl. Katsumi Sumikama fand, dieser kohlenstoffreiche und korrosionsbeständige Stahl sei ein idealer Küchenmesserwerkstoff in Kombination mit elastisch-stabilem Damaskus-Stahl. Der Erfolg in Japan gab ihm Recht. Nicht lange später gewannen Kasumi-Messer Preise (2002, Ambiente-Messe in Frankfurt) und gingen um die Welt. 50 Länder sind es mittlerweile.

Kasumi Hammered (H.M.)

Eine 3-Lagenklinge und wieder ein sehr harter (60 HRC) VG-10-Kern. In dieser Serie – exklusiv für den Export – jedoch mit einer Außenlage Edelstahl mit aufwendiger Hammerschlag-Oberfläche, die anschließend spiegelblank poliert wird. Erst danach erfolgt der ultrascharfe Schliff. Der schwarze POM-Griff der 10 verschiedenen Messer hat europäisch-ergonomische Form, ist zweifach genietet und schließt nahtlos an einen relativ langen Bolster.

Kasumi Titanium

Ausgefallen, fast futuristisch in der Formgebung und dennoch äußerst funktional ist diese preisgekrönte Serie in 6 Klingenformen. Ein rostfreier Molybdän-Vanadium-Stahl mit dünner Titanbeschichtung. Die verleiht ihm ganz besondere Eigenschaften: hygienisch, antiallergisch, geruch- und geschmacklos, antihaftend und abrasionshemmend. Hinzu kommen fünf verschiedene Farbnuancen des schimmernden Leichtmetalls: blau, grau, opal, mitternachts-blau oder gold am angeschweißten und schwungvoll geformten Polypropylengriff in Schwarz.

Das Charakteristische an Kasumi-Messern

Wie praktisch alle weltweit bekannten Messerproduzenten, setzt Sumikami sowohl auf moderne industrielle Fertigungstechnologie, als auch hochklassige und lange geschulte Handarbeit. Das Schmieden findet extern statt. Je nach Serie erhalten die angelieferten Laminat-Rohlinge Erl und Kropf nachträglich angeschweißt: für beste Ausbalanciertheit und ermüdungsfreien Schnitt.

Die VG 10 Schneidlage ist auf maximale 60 HRC gehärtet und wird im steilen V-Schliff von Hand extrem scharf abgezogen. Aus sehr hochwertigen Materialien bestehen auch die perfekt ausgemachten (glattgeschliffenen) Griffe. Entweder nach europäischer Art als Griffschalen angenietet, wasserfest am Steck-Erl verschweißt, klassisch mit Zwinge gehalten oder gleich aus einem Stück in Edelstahl. Jede Serie hat ihre Spezialität.

Kasumi-Messerstahl ist so herausragend hergestellt und verarbeitet, dass die Messer äußerst selten nachgeschärft werden müssen. Sollte es dennoch nötig sein, erlauben Material und die sehr hoch angesetzte V-Schliffgeometrie ein denkbar einfaches Nachjustieren. Dazu sollte es allerdings unbedingt ein Nass-Schleifstein, am besten von japanischer Qualität sein.

6 bis 8 Kasumi-Serien mit dem schwarzen Schriftzug auf rotem Untergrund hat Sumikami entwickelt. Einige davon speziell für bestimmte Märkte. Auf der Ambiente 2006 überraschte eine Serie mit einer farbenfrohen Beschichtung aus Titan und erhielt einen weiteren Designpreis. Für viele Kochfans sind Kasumi-Messer die besten und schärfsten Küchenmesser der Welt. Längst kein Geheimtipp mehr sind sie von Chefköchen hochgeschätzt und insgesamt eher kostspielig.

Lennart

Mehr über den Autor

Als leidenschaftlicher Hobbykoch kam ich zwangsläufig mit dem Thema Kochmesser in Verbindung, denn das passende Messer ist natürlich ein wichtiges Werkzeug für jeden Koch. Besonders Japanische Kochmesser mit den Jahrhunderte alten Schmiedetechniken haben es mir angetan. Ich möchte hier mein Wissen teilen und dir somit die Entscheidung für dein passendes Kochmesser leichter machen.

Quellen & Weiterführende Informationen